Urban Sketcher

Skizzen von Rittiner & Gomez

Tageszeitung

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Wo auf dieser Welt befinden sich wohl die Gedanken der Person die vor uns die Zeitung liest?

Menschen die vor dem Restaurant auf den Bus oder das Tram warten. Der Kaffee ist voller Aroma und wir arbeiten uns immer noch durch: „Am liebsten mag ich Monster“ von Emil Ferris.

Mit ihrem Debüt ist der US-Zeichnerin Emil Ferris ein außergewöhnlicher Comic geglückt: In Form einer Ringblock-Collage schildert sie, wie eine Zehnjährige erst zur Detektivin wird und sich in einer ausgrenzenden Welt zurechtfindet.

Auf teures Equipment hat Ferris beim Zeichnen verzichtet. Zeitweise war sie obdachlos, als sie an diesem Buch gearbeitet hat. Jeder ihrer Kugelschreiber-Striche bleibt sichtbar und doch ergibt sich mitunter eine faszinierende Detailfreude: Manche der Bilder haben fast fotorealistische Anmutung, andere hingegen grenzen in ihrem Minimalismus ans Abstrakte. Die Schraffur mag an Robert Crumb denken lassen, die mitunter verstörende Körperlichkeit mancher Bilder an die großen Gemälde von Joe Coleman. Aber Ferris ist keine Epigonin, sondern eine eigenständige neue Stimme im Comic.
Deutschlandfunk Kultur

Kategorie: Bern