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Der erste Kaffee

Der erste Kaffee
Der erste Kaffee

Viel….leicht
es ist nicht notwendig alles so zu beschreiben
wie es wirklich wahr
die wahrheit existiert nicht
es sind die züge die zu spät ankommen
aber irgendwann steigst du aus
mit den paar sachen im koffer
der mund voller tränen
noch klingen die letzten worte der liebsten
noch hörst du mark knopfler zu
noch weißt du
dass irgendwer in der stadt
deinen namen noch nicht kennt
der wind seitlich geschnitten
die brote in der linken tasche
die milch in der rechten
die tore öffnen sich
du siehst hinab
irgendwo dort liegt dein grab
unter einem schatten
wächst das kornfeld
die langen hosen lagen darin und
du inmitten einer angst die
du noch immer nicht ganz vergessen kannst
ein mann sagt
in diese richtung
wilde kastanienbäume am rand
auf dem boden wachsen dunkle dosenbierpaletten
du gehst hinab
du weißt
dieser schatten holt dich immer ein
irgendein wort in ein tagebuch geschrieben
irgendein blick
ein vergänglicher weg
wo gehst du hin
was schreibst du auf
es ist alles in ordnung
man zeigt du wo du anfangen wirst
man zeigt dir
wo du deine sachen reinstellst
eigener spind
eigene spur
du gehst hinab
irgendwann
gehen die erwachsenen tränen durch eine lange strasse
sie erkennen dich nicht mehr
sie rutschen hin und her
als wäre die zeit explodiert
als wäre dort wo eben noch diese eine nacht war
nur noch ein vorhang
durch den jemand anderes dein leben lebt und du
schaust ihr begeistert zu

Hans Jürg Hilbi

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